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Neuer Gefäßspezialist

Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen bauen medizinisches Angebot aus


V.l.n.r.: Dieter Bartsch, Thomas Broszey, Dr. Oliver Fink.

Die Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen erweitern ihr medizinisches Leistungsspektrum um eine Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Mit der Einstellung des Gefäßspezialisten Thomas Brozey wird das Fachgebiet ausgebaut und erhält damit eine größere Bedeutung im medizinischen Gesamtangebot. »Deshalb haben die Main-Kinzig-Kliniken mit Thomas Broszey einen ausgewiesenen Experten für die Gefäßmedizin verpflichtet«, so Geschäftsführer Dieter Bartsch, der den neuen Chirurgen im Ärzteteam willkommen hieß. Der neue leitende Arzt bildet zusammen mit dem bisherigen ärztlichen Leiter, Dr. Oliver Fink, die neue »Doppelspitze« für die Gefäßklinik in Gelnhausen.

Mit Beginn der Tätigkeit von Thomas Broszey erfolgt im Gelnhäuser Krankenhaus auch eine organisatorische Trennung der Gefäßchirurgie von der Allgemein- und Viszeralchirurgie. »In der Chirurgie I – der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie – werden in Zukunft Patienten mit Erkrankungen der Brust- und Bauchorgane und in der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin Patienten mit Erkrankungen der Gefäße behandelt«, erläuterte Geschäftsführer Bartsch. Es sei wichtig, die komplette Bandbreite der Behandlungsmöglichkeiten anzubieten und damit alle modernen Therapieverfahren – wie international üblich – durchzuführen.

Die Gefäßchirurgie umfasst die konservative, endovaskuläre (innerhalb der Gefäße) und operative Behandlung der Blutgefäße, etwa durch Anlegen eines Bypasses bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder Stentprotheseneinlage bei Arterienerweiterungen. Die operative Behandlung der das Gehirn versorgenden Gefäße bei Arteriosklerose zur Schlaganfallprophylaxe und das Anlegen von sogenannten »Shunts«, das heißt von Kurzschlussverbindungen zwischen Arterie und Vene, über die dann eine Dialyse durchgeführt wird, gehört ebenfalls zum Behandlungsspektrum der Gefäßklinik.

Mit Thomas Broszey konnten die Main-Kinzig-Kliniken einen Fachmann für die Gefäßchirurgie gewinnen, der im Auf- bzw. Ausbau dieser medizinischen Disziplin beste Erfahrung hat. Broszey kommt vom Klinikum Frankfurt Höchst, wo er seit 2007 als leitender Arzt des Fachbereichs Gefäßchirurgie tätig war.
Der 1962 in Hamm geborene Thomas Broszey studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Medizin (1984-1991), wo er auch seine Facharztausbildung in Allgemein- und Gefäßchirurgie – letztere beim renommierten Gefäßchirurgen Prof. Dr. Giovanni Torsello – absolvierte. 1991 hospitierte er zudem im Hôpital la Pitié-Salpetrière in Paris in der Herzchirurgie.

Während seiner Zeit als leitender Oberarzt im Marienhospital Osnabrück (2003-2007) baute er dort die Stentversorgung von Aneurysmen der Brust- und Bauchaorta auf. Er leitete die Klinik sechs Monate kommissarisch, ehe er im Oktober 2007 ans Klinikum Frankfurt Höchst wechselte. Hier war er maßgeblich am Auf- und Ausbau der konventionellen sowie Fortführung der minimal-invasiven Gefäßtherapie beteiligt, erwarb die Zusatzbezeichnungen »endovaskulärer Chirurg« und »endovaskulärer Spezialist« und führte das sogenannte intraoperative Dopplerverfahren ein. »Dieses Verfahren erspart dem Patienten weitere Röntgenstrahlen«, erklärte Broszey.

Seit Anfang Juli ist er nun in den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen tätig. Im Krankenhaus will er auf Bewährtem aufbauen. »Selbstverständlich beziehen wir aber auch neue Behandlungsmethoden wie etwa das endovaskuläre Verfahren (minimal-invasive Verfahren mit Katheterunterstützung), die Ballondilatationen (Erweiterung von Gefäßen mit Hilfe von Ballons) oder auch die Stentimplantation mit ein.« In der Krampfadertherapie ist Strippen der Vene eine der herkömmlichen Methoden. Broszey und sein Kollege Dr. Fink werden in geeigneten Fällen unter anderem endovenöse Verfahren (Hitzeanwendung mittels einer Thermosonde unter Vermeidung von Schnitten) anwenden.

Seine besondere Vorliebe liegt  auf der Bypasschirurgie des gesamten Beines bis zum Fuß, aber auch auf der Duplex-Sonografie, dem operativen Controlling und vor allem auch in der Ausbildung von Studierenden und jungen Ärzten. Eine diesbezügliche Weiterbildungsermächtigung bei der Ärztekammer ist bereits beantragt, sodass in Zukunft in Gelnhausen sowohl »fertige« Chirurgen im Spezialfach Gefäßchirurgie als auch junge Assistenzärzte nach zwei Jahren Basischirurgie zu Gefäßexperten weitergebildet werden können.

Dass er von Frankfurt nach Gelnhausen gekommen ist, führt der neue leitende Arzt der Gefäßklinik auf die optimalen Entwicklungsmöglichkeiten zurück. Broszey: »Dr. Fink und ich können hier etwas aufbauen. Und das gefällt mir.« Man müsse nun vor allem durch eine patientenorientierte Kommunikation den Betroffenen deutlich machen, was etwa eine »Schaufensterkrankheit« ist und wie sie optimal im Gelnhäuser Krankenhaus behandelt werden kann. Für niedergelassene Ärzte planen Broszey und Dr. Fink spezielle Fortbildungen.

Thomas Broszey, dem 100 zufriedene Patienten wichtiger sind als zehn medizinische Publikationen, ist ein Mediziner, der sorgfältige und ordentliche Arbeit  liebt, was ihn auch zum Fachgebiet der Gefäßchirurgie geführt hat, »weil ein Gefäßchirurg Ordnung in den Gefäßen schafft«.

Unter der Doppelspitze Broszey und Dr. Fink sollen die Gelnhäuser Kliniken in Zukunft zu einem zertifizierten Gefäßzentrum ausgebaut werden.


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