Neueröffnug in Schlüchtern
Psychiatrische Institutsambulanz und Psychiatrische Tagesklinik eröffnen neue Räume in Schlüchtern
Erster Kreisbeigeordneter und Krankenhausdezernent Günter Frenz eröffnete am Montag, 19.09. gemeinsam mit Dieter Bartsch, Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken, und Dr. Susanne Markwort, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, die neuen Räume der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) und der Psychiatrischen Tagesklinik (PTK) in Schlüchtern. Denn die PIA zog vom Untergeschoss ins Erdgeschoss der renovierten Ludovica-von-Stumm-Villa (Ludovica-von-Stumm-Str. 7; Eingang über Hauptgebäude der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in der Kurfürstenstr. 17), während die PTK, welche bisher im ehemaligen Ärztehaus in der Kurfürstenstraße 15 in Schlüchtern untergebracht war, in Zukunft im Obergeschoss der Villa ihren Sitz haben wird. Im Dachgeschoss befinden sich Besprechungszimmer für die Therapeuten und den sozialpädagogischen Fachdienst.
Die Umbaumaßnahmen haben 500.000 Euro gekostet, wovon 440.000 Euro an Zuschüssen vom Land Hessen eingegangen sind.
Laut Frenz schließe sich mit den Umbaumaßnahmen in der alten Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für die Main-Kinzig-Kliniken ein Kreis, der vor 12 Jahren begann. Damals sei mit einem »Hammerschlag« die Sanierung der alten Chirurgie, die sich bis dato in der Villa befand, eingeläutet und damit der Startschuss für die Einrichtung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie gegeben worden. »Diese Klinik hat sich seit dieser Zeit voll etabliert«, so Frenz.
Dies hängt damit zusammen, dass nach der Eröffnung der Klinik im Jahre 2000 mehrere Erweiterungen vorgenommen, 2009 aber vor allem ein kompletter Neubau errichtet wurde, der in seiner historischen Dimension der Eröffnung des Krankenhauses vor 45 Jahren gleich kam. Der Krankenhausdezernent: »Heute richten wir unsere Blicke auf die Tagesklinik, die vor über 10 Jahren noch vor der Eröffnung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ihrer Bestimmung übergeben wurde, somit eigentlich als Keimzelle dieser Klinik angesehen werden muss.«
Durch die Umbaumaßnahmen werden deutlich verbesserte räumliche Bedingungen für die ambulante und teilstationäre Versorgung psychisch kranker Menschen in der Region geschaffen. »Das Konzept der Tagesklinik«, erklärt Oberärztin Susanne Franke, Leiterin der PTK, »beinhaltet die Behandlung von Patienten, die nicht vollstationär behandlungsbedürftig, aber auch für ambulante Behandlung nicht ausreichend stabil sind.« In der Tagesklinik werden momentan Erwachsene mit Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen und andere psychische Störungen, sowie in Krisensituationen behandelt. »Künftig werden wir überwiegend Patienten mit Depressionen und Angsterkrankungen behandeln«, berichtet Franke.
Ein multiprofessionelles Team mit Ärzten, Pflegern, Psychologen, Ergotherapeuten und dem Sozialpädagogischen Fachdienst bieten ein breitgefächertes Therapieangebot mit störungsspezifischen, individuell ausgearbeiteten Wochenplänen. Für die tagesklinischen Patienten stehen in den neuen Räumen 15 Plätze zur Verfügung.
Die Psychiatrische Institutsambulanz, die im Jahr 2001 in Betrieb genommen wurde, bezog ihre neuen Räume im Erdgeschoss. Die Zahl der Patienten stieg seither kontinuierlich an, zuletzt wurden knapp 700 pro Quartal in der »alten Chirurgie« in der Ludovica-von-Stumm-Villa versorgt. »Milieutherapie – die angenehme und gesundheitsförderliche Gestaltung der räumlichen Atmosphäre – ist Teil der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung«, erläutert der leitende Oberarzt Waldemar Lenhardt das Behandlungskonzept der PIA. Die Mitarbeiter pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen, den Haus- und Fachärzten, Psychotherapeuten, komplementären Einrichtungen und Betreuern der Patienten. Ziele der ambulanten Behandlung sind die Vermeidung und Verkürzung von stationären oder teilstationären Aufenthalten, die dauerhafte Stabilisierung und Bewältigung schwerer psychischer Erkrankungen.
Die PIA ist in erster Linie eine Einrichtung für psychisch schwer und chronisch kranke Menschen. »Im Erdgeschoss können wir nun unseren Auftrag optimal erfüllen«, so Lenhardt. Frenz: »Durch die neuen Räume haben wir hierfür optimale Voraussetzungen geschaffen.«
Der Krankenhausdezernent dankte der Chefärztin Dr. Markwort und ihrem Team für die hervorragende Versorgung von psychisch kranken Menschen. Er wies daraufhin, dass die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie mitsamt der psychiatrisch Institutsambulanz und der Tagesklinik wesentlich zum Bestand des Schlüchterner Krankenhauses beigetragen habe.
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