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Zusammenarbeit mit Ärztenetz soll weiter intensiviert werden

Ärztenetz Spessart und Main-Kinzig-Kliniken betrachten kritisch die medizinische Versorgungslage der Region


Die Frage, wie die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum langfristig gesichert werden kann, stellen sich heute nahezu alle Vertreter des Gesundheitswesens. Denn auch in der Diskussion um eine Neuordnung des deutschen Gesundheitswesens gewinnt diese Problematik immer mehr an Bedeutung. Viele Beteiligte suchen nach geeigneten Lösungen.

So diskutierten kürzlich auch die Ärztenetz Spessart eG und die Main-Kinzig-Kliniken gGmbH das Thema der nachhaltigen Versorgungslage. Zu einer Klausurtagung trafen sich vom Ärztenetz Dr. Ulrich Dehmer, Dr. Eberhard Wetzel und Dr. Norbert Staab sowie die Geschäftsleitung der Main-Kinzig-Kliniken vertreten durch den Ärztlichen Leiter Dr. Hans-Ulrich Rhodius, seinem Stellvertreter Dr. Heiner Roos, Geschäftsführer Dieter Bartsch und dem stellv. Geschäftsführer Ralph Ries. Wie kann unser gemeinsamer Beitrag aussehen, damit alle Patienten unabhängig von ihrem Wohnort im Landkreis einen gleich guten Zugang auch langfristig zu medizinischer Versorgung haben?  - So lautete die Leitfrage der Klausur.

Beim Betrachteten der aktuellen Situation stellten die Vertreter der niedergelassenen Ärzte mit den Krankenhausvertretern einstimmig fest: »Auch wenn unsere lokale medizinische Infrastruktur heute noch weitestgehend zufriedenstellend ist, müssen wir jetzt nach Lösungen für morgen suchen.« Denn in naher Zukunft könnten wir vor der Situation stehen, dass sich nicht genügend Nachwuchsmediziner für eine Praxis auf dem Land interessieren.

»Deshalb wollen wir gemeinsam mit dem Ärztenetz Spessart intensiver zusammenarbeiten«, erklärte Kliniken-Geschäftsführer Bartsch und ergänzte: »Bei dieser gegenseitigen Unterstützung ist es uns wichtig, dass wir die Stärken der beiden Kooperationspartner zielorientiert nutzen.« So ist die flächendeckende, ambulante ärztliche Versorgung primär Aufgabe der niedergelassenen Haus- und Fachärzte, während die Gelnhäuser und Schlüchterner Kliniken für eine heimatnahe, qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung stehen.

Doch neben dem stationären Versorgungsauftrag haben die Main-Kinzig-Kliniken zusätzlich als akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt/Main auch einen Ausbildungsauftrag. Das bedeutet, dass sich angehende Mediziner im Krankenhaus Gelnhausen oder Schlüchtern zum Facharzt weiterbilden lassen können und genau hier setzt die geplante Kooperation von Ärztenetz und Kliniken an: »Mithilfe von gut organisierten Facharztausbildungen wollen wir die ambulante Versorgung stärken«, so Bartsch.

Ein erstes erfolgreiches Beispiel ist die Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin, welche die Main-Kinzig-Kliniken gemeinsam mit dem Ärztenetz Spessart und dem Hausärzteverband Hessen vor etwa einem Jahr startete. »Inzwischen haben sich einige Jungmediziner für dieses Ausbildungsprogramm beworben. Ich denke, wir sind mit dem Konzept der Verbundweiterbildung auf dem richtigen Weg«, bestätigte Vorstandsvorsitzender des Ärztenetzes, Dr. Dehmer und weist darauf hin, dass dies nicht die einzige Lösung sei. »Außerdem wollen wir Nachfolgeregelungen für niedergelassene Praxen frühzeitig mit den Main-Kinzig-Kliniken besprechen, um so auch Krankenhausärzte, die sich noch in der Ausbildung befinden, zu erreichen und diese für die Möglichkeiten einer Niederlassung zu begeistern«, erläuterte Dr. Dehmer.

Jüngste Überlegungen der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) sehen für Krankenhäuser in Regionen, in welchen die medizinische Versorgung durch die niedergelassenen Haus- und Fachärzte nicht sichergestellt ist, eine verstärkte ambulante Tätigkeit vor. Für den mittleren und östlichen Main-Kinzig-Kreis gilt dies jedoch nicht. Denn durch die Kooperation zwischen den niedergelassenen Ärzten und den Main-Kinzig-Kliniken wird die ambulante Versorgung gestärkt. So sind sich die beiden Partner einig: »Dank der engen Zusammenarbeit wollen wir unseren Beitrag in der Ausbildung leisten und attraktive Angebote für Mediziner schaffen.«


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