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Urologie und Kinderurologie in Gelnhausen

Erkrankungen der äußeren Genitalen

Erkrankung

Beschreibung

Enge der Harnröhrenmündung (Meatusenge)

Eine Verengung der Harnröhrenmündung kann angeboren sein oder infolge einer Entzündung auftreten. Symptome sind ein abgeschwächter Harnstrahl, der auch gedreht oder gespalten erscheinen kann. Bei entsprechenden Beschwerden raten wir zu einer kleinen Operation – die Harnröhrenschlitzung (Meatomie).

Harnröhrenspaltbildung (Hypospadie)

Bei dieser Missbildung liegt die Harnröhrenöffnung nicht an der Spitze der Eichel, sondern je nach Schweregrad zwischen Dammregion und der Eichel. Sie ist bedingt durch einen fehlenden Verschluss der Harnröhre. Typisch für diese Missbildung sind eine nur halbseitig bestehende Vorhaut, eine gespaltene Eichel und eine mehr oder weniger ausgeprägte Penisverkrümmung. Der Harnstrahl ist oft gespalten und nach unten zwischen die Beine gerichtet. Je nach Ausprägung und Schweregrad muss diese Fehlbildung operativ korrigiert werden.

Hodenhochstand (Kryptorchismus)

Normalerweise wandern die Hoden bereits im Mutterleib aus der Bauchhöhle hinab in den Hodensack. In einzelnen Fällen sind sie zum Zeitpunkt der Geburt jedoch nicht dort angelangt. Manche Lageabweichungen korrigieren sich in den ersten Lebensmonaten von selbst. Ist einer oder beide Hoden bis zum Ende des 3. Lebensmonats noch nicht ständig in der richtigen Position, muss zunächst eine entsprechenden medikamentösen Behandlung erfolgen. Ist diese nicht erfolgreich, so wird die Hodenlage durch eine kleine ambulante Operation korrigiert.

Spätestens zum Ende des 1. Lebensjahres müssen sich beide Hoden in der richtigen Lage befinden. Ist dies nicht der Fall, kann eine nicht wieder auszugleichende Schädigung der Fruchtbarkeit die Folge sein, da die Temperatur im Bauchraum für die empfindlichen Hodenzellen zu hoch ist.

Liegt der Hoden in der Bauchhöhle, spricht man von einem »Bauchhoden«. Ein »Leistenhoden« befindet sich im Leistenkanal und lässt sich mit der Hand nicht nach unten streifen, wie es bei einem »Gleithoden« möglich ist. Der »Pendelhoden« pendelt zwischen Leiste und Hodensack auf und ab. Befinden sich ein- oder beidseitig Hoden nicht im Hodensack, so muss eine körperliche Untersuchung und ein Ultraschall durchgeführt werden. Ist ein Hoden auch dann nicht zu finden, ist eine Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie) notwendig. Hierbei wird über einen kleinen Schnitt im Bereich des Bauchnabels ein Endoskop mit einer kleinen Kamera in die Bauchhöhle eingeführt und der Hoden gesucht. Bei vorhandenem Hoden wird dann die Orchidopexie vorgenommen, bei der der Hoden über den Leistenkanal in den Hodensack mobilisiert und dort befestigt wird.

Die vom Hodenhochstand betroffenen Kinder erkranken später in einem deutlich höheren Maß an Hodenkrebs. Insbesondere bei ihnen ist eine regelmäßige Selbstuntersuchung auch im späteren Leben sehr wichtig! Bei Früherkennung durch regelmäßige Selbstuntersuchung besteht eine gute Chance auf Heilung.

Hodensackkrampfadern (Varikozele)

Diese Krampfadern entstehen durch ein erweitertes Venengeflecht im Hodensack im Bereich eines oder beider Hoden. In der Regel bestehen keine Beschwerden bis auf ein gewisses Schweregefühl im Hodensack oder ziehende Schmerzen in der Leiste bei sportlicher Betätigung. Eine Behandlung muss nur dann erfolgen, wenn ein Hoden in seinem Wachstum zurückbleibt oder die Qualität der Samenflüssigkeit schlechter wird. In diesen Fällen, können die Krampfadern durch einen kleinen Eingriff, bei dem die Hauptvene, die die Krampfadern speist, unterbunden wird, beseitigt werden. Alternativ können die Venen durch Einspritzen bestimmter Medikamente verödet, d. h. verklebt werden.

Hodenschmerzen verschiedener Ursachen (Akutes Skrotum)

Hierunter versteht man in der Regel eine mehr oder weniger plötzlich einsetzende Schmerzsymptomatik im Bereich des Hodensackes bzw. der Hoden. Als Ursachen kommen eine Drehung des Samenstranges (Hodentorsion) oder eine Drehung von Hodenanhangsgebilden ebenso in Frage wie Entzündungen oder (eingeklemmte) Leistenbrüche/Wasserbrüche, um nur wenige zu nennen. Diese Schmerzen bedürfen immer der besonderen Aufmerksamkeit und ärztlichen Abklärung. Bei plötzlich einsetzenden Schmerzen, rot-bläulicher Verfärbung und Schwellung des Hodensackes muss sofort der Arzt aufgesucht werden, da eine Drehung des Samenstranges (Hodentorsion) zu einer Unterbrechung der Blutzufuhr und Untergang des Hodens führen kann. Ohne sofortige Operation stirbt der Hoden innerhalb von sechs bis acht Stunden ab.

Leistenbruch (Processus vaginalis peritonei)

Dieser entsteht meist durch eine offen bleibende kanalartige Verbindung zwischen der Bauchhöhle und dem Hodensack. Diese Verbindung ist in der Regel mit Flüssigkeit gefüllt und verursacht so den Wasserbruch (Hydrozele testis). 90% dieser »Brüche« neigen innerhalb des ersten Lebensjahres dazu, sich selbst zu verschließen. Vor allem abends und bei Druckerhöhung (Schreien, Husten etc.) kann es zu einer Größenzunahme kommen. Verschließen sich diese Brüche nicht von selbst, besteht im weiteren Verlauf die Gefahr, dass sich aus der Bauchhöhle Darmnetz oder Darmanteile einklemmen. Daher sollten diese offen gebliebenen Verbindungen nach dem 1. Lebensjahr durch einen kleinen ambulant durchgeführten Eingriff verschlossen werden.

Penisverdrehung (Penisdeviation/-torsion)

Meist angeborener Entwicklungsfehler des Penis mit Abknickung oder Drehung, der oft im Rahmen anderer Fehlbildungen wie beispielsweise die »Hypospadie« (Entwicklungsstörung der Harnröhre) auftritt.

Verklebung der Schamlippen (Labiensynechielösung)

Manchmal kommt es vor, dass sich die Schamlippen bis zur Geburt nicht komplett trennen. Diese Barriere kann dann unter Umständen zu Problemen beim Wasserlassen führen. Symptome können beispielsweise Schmerzen oder Nachträufeln beim Wasserlassen sein. Die Therapie besteht in aller Regel in der regelmäßigen Anwendung einer östrogenhaltigen Creme, wodurch sich die Schamlippenverklebungen meist vollständig lösen lassen.

Vorhautenge (Phimose)

Bei ca. 80 % aller Neugeborenen kann die Vorhaut noch nicht hinter die Eichel gestreift werden. Dies darf auf keinen Fall gewaltsam versucht werden! In der Regel löst sich die Vorhaut im Laufe der Zeit von der Eichel und lässt sich dann problemlos zurückziehen.

Ab etwa dem 3. Lebensjahr werden hochgradige bzw. narbige Vorhautengen (Phimosen) durch eine ambulant durchgeführte Operation korrigiert (Beschneidung). Vorhautengen, die zu einer Entzündung führen (Balanitis), werden in jedem Alter operiert. Als Komplikationen einer Phimose können Entzündungen (Balanitis) oder das Einklemmen der Eichel (Paraphimose) auftreten. Beide Krankheitsbilder müssen notfallmäßig behandelt werden! Unter bestimmten Umständen (verbleibende Vorhautverklebungen, relative Phimose) kann eine Behandlung mit einer schwach kortisonhaltigen Salbe helfen. Spätestens bis zum Schuleintritt sollte jedoch jedes Vorhautproblem gelöst sein!

Wasserbruch (Hydrzele)

Unter einem »Wasserbruch« (Hydrozele) versteht man eine Flüssigkeitsansammlung im Kanal zwischen Leiste und Bauchhöhle, die bei Jungen bis hinunter zum Hoden möglich ist und bei Mädchen bis in den Bereich der Schamlippen reichen kann. Sie tritt auf, wenn die ursprünglich vorhandene Verbindung zwischen Hodensack und Bauchhöhle in den ersten zwei Lebensjahren nicht verklebt und bestehen bleibt. Meist bildet sich dieser Wasserbruch, den man bei 1–2% aller männlichen Neugeborenen findet, in den ersten Lebensmonaten von selbst zurück. Ist das bis zum ersten Geburtstag nicht der Fall, lässt sich das Problem durch einen kleinen, auch ambulant durchführbaren Eingriff leicht beheben.

Dr. med.
Andreas Schneider

Chefarzt der Urologie und Kinderurologie

 

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