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Prostatakarzinom

Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 60.000 Männer an Prostatakrebs. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung des Mannes. Der Krebs der Prostata entsteht überwiegend bei Männern in fortgeschrittenem Alter. Unterhalb von 45 Jahren ist er sehr selten. Beginnend ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Erkrankungshäufigkeit rapide zu. Ab dem 70. Lebensjahr ist es die häufigste Krebserkrankung des Mannes.

Was ist die Prostata überhaupt?

Die Prostata oder »Vorsteherdrüse« ist eine Drüse, die den Großteil der Samenflüssigkeit produziert. Sie liegt unterhalb der Harnblase, aber oberhalb des Schließmuskels.

Ursachen/Risikofaktoren der Entstehung eines Prostatakarzinomes

Über die Entstehung eines Prostatakarzinomes ist trotz intensiver Forschung nur sehr wenig bekannt. Umwelteinflüsse, Ernährungsfaktoren und kulturelle Gewohnheiten scheinen hier eine Rolle zu spielen. Als gesichert gilt ein Zusammenhang zwischen Wachstumsgeschwindigkeit eines Prostatakarzinomes und dem Spiegel des männlichen Geschlechtshormons »Testosteron«.

Symptome

Ein Prostatakarzinom kann sehr lange Zeit ohne jegliche Symptome bleiben. Gelegentlich haben Patienten mit Prostatakarzinom auch Symptome, die denen einer gutartigen Prostatavergrößerung völlig gleichen (erschwertes Wasserlassen, häufiges und auch nächtliches Wasserlassen). Erst fortgeschrittene Krebserkrankungen der Prostata gehen mit Schmerzen im Unterleib oder Knochenschmerzen durch Knochenmetastasen einher.

Vorsorgeuntersuchung ist wichtig!

Aufgrund dieses schleichenden Krankheitsverlaufes und aufgrund der Erkrankungshäufigkeit ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung von enormer Wichtigkeit. Wir empfehlen allen Männern ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Kontrolle durch einen Facharzt für Urologie. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung sollte die Prostata vom After her abgetastet werden. Zusätzlich erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Prostata – am Besten ebenfalls vom After her. Zusätzlich wird ein spezieller Laborwert bestimmt, das sogenannte »Prostataspezifische Antigen (PSA)«.

Diagnose

Besteht aufgrund einer Prostata-Vorsorgeuntersuchung der Verdacht, dass ein Prostatakarzinom vorliegen könnte, wird eine sogenannte Prostatagewebeprobe durchgeführt.

Das ist ein kleiner Eingriff, den wir in unserer Klinik für Urologie und Kinderurologie ambulant anbieten. Dabei besteht die Möglichkeit einer kurzen Narkose oder einer örtlichen Betäubung. Während der Untersuchung werden unter Ultraschall-Kontrolle mehrere kleine Gewebeproben entnommen, die der Pathologe dann unter dem Mikroskop begutachtet. Das Ergebnis dieser feingeweblichen Untersuchung steht meist am Folgetag der Untersuchung fest.

Wenn die Diagnose »Prostatakarzinom« festgestellt wird, besprechen wir dies anschließend mit unseren Patienten. Danach sind eine Reihe von Untersuchungen notwendig, um das Ausmaß der Erkrankung zu ermitteln.

Von besonderer Wichtigkeit ist die Untersuchung der Knochen durch eine »Skelettszintigrafie«. Erst danach wird – wiederum gemeinsam mit dem Patienten – über die geeignete Form der Therapie nachgedacht.

Therapie

Wird ein Prostatakarzinom diagnostiziert stehen grundsätzlich drei Therapieverfahren zur Auswahl:

  • Hormontherapie
  • Strahlentherapie
  • vollständige operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie)

Jedes dieser drei Verfahren hat seine Vor- und Nachteile sowie sein spezifisches Einsatzgebiet.

Eine wirksame Form der Chemotherapie zur Behandlung des Prostatakarzinoms wurde bislang nicht gefunden. Methoden der Alternativmedizin können nach Überzeugung der Deutschen Gesellschaft für Urologie zwar unterstützend eingesetzt werden, als alleinige Therapie eines Prostatakarzinoms sind sie jedoch keineswegs ausreichend.

Hormontherapie
Die Hormontherapie eines Prostatakarzinoms beruht auf der Erkenntnis, dass die Wachstumsgeschwindigkeit eines Prostatakarzinoms von dem männlichen Geschlechtshormon »Testosteron« abhängt. Schaltet man dieses Hormon aus, wird das Prostatakarzinom für einen gewissen Zeitraum nur noch sehr langsam wachsen, danach wird es hormonunempfindlich.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Testosteronspiegel zu senken: Operativ – durch »Ausschälen« des Hodengewebes – oder medikamentös.

Strahlentherapie
Auch die Strahlentherapie der Prostata kann auf zwei unterschiedliche Wege erfolgen:

  • eine externe Bestrahlung, bei der in mehreren Sitzungen die Prostata von außen bestrahlt wird, oder
  • eine interstitielle Strahlentherapie, bei der kleine radioaktive Metallteilchen – sogenannte »Seeds« – in die Prostata eingestochen werden und dort verbleiben, man spricht hier auch von einer »Spickung der Prostata«.

Der Vorteil der Strahlentherapie ist der Wegfall einer Operation. Die Nachteile sind die Begleiterscheinungen dieser Therapieform, nämlich die Entzündungsreaktion von Blase, Harnröhre und Enddarm. Außerdem zeigen viele klinische Studien eine schlechtere Überlebensrate der Strahlentherapie im Vergleich zur Operation.

Operation
Hiermit ist die vollständige operative Entfernung der Prostata, die sogenannte »radikale Prostatektomie« gemeint. Auch hier gibt es verschiedene Methoden. Der Eingriff kann entweder offen operativ oder endoskopisch durchgeführt werden. Bei den offen operativen Verfahren unterscheidet man zwischen einem Bauchschnitt und einem Schnitt am Damm – also zwischen After und Hodensack.

Die endoskopischen (»knopflochchirurgischen«) Eingriffe werden entweder durch den Bauchraum (»Laparoskopie«) oder im Raum neben dem Darm (»extraperitoneale Endoskopie«) durchgeführt. Die Wahl des Verfahrens ist abhängig von PSA-Wert, Größe der Prostata und Grad der Bösartigkeit.

In unserer Klinik für Urologie und Kinderurologie werden drei unterschiedliche Methoden angewandt:

  • die retropubische radikale Prostatektomie (Bauchschnitt)
  • die perineale radikale Prostatektomie (Dammschnitt)
  • die extraperitoneale endoskopische radikale Prostatektomie.

Gelingt es bei der Operation, das Karzinom vollständig im Gesunden zu entfernen, kann mit einer Heilung gerechnet werden. Das ist der Grund, weshalb Urologen weltweit zu dieser Operation raten, wenn sie dem Patienten zumutbar ist und sie gleichzeitig aufgrund des Ausmaßes der Erkrankung möglich erscheint.

In den letzten 10 Jahren hat die Frequenz dieser Operation in den meisten urologischen Kliniken sehr stark zugenommen. Sie ist mittlerweile ein »Routineeingriff« und hat ihren ehemaligen Schrecken verloren. Trotzdem ist der Eingriff nicht ohne Risiken. Die postoperative Inkontinenz wird mit bis zu zehn Prozent beziffert, das Risiko einer Impotenz liegt sogar noch höher. Es gilt also, das gesundheitliche Risiko gegen die Chance einer Heilung abzuwägen.

Ein weiterer Aspekt spricht für die Operation: Es ist viel unkomplizierter, ein Prostatakarzinom zu operieren und bei einem Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung) zu bestrahlen, als umgekehrt. Man hat mit diesem Vorgehen also noch eine »Trumpfkarte im Ärmel«. Dennoch muss die Wahl der geeigneten Therapie mit jedem einzelnen Patienten individuell besprochen werden.

Nachsorge

Patienten mit einem Prostatakarzinom bleiben lebenslang in einer fachurologischen Nachsorge, egal auf welche Art die Therapie erfolgte. Hierbei ist insbesondere die regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes wichtig.

Rehabilitation

Nach einer Prostataentfernung (Radikale Prostatektomie) ist eine Anschlussheilbehandlung zu empfehlen. Die Rehabilitation nach einer Krebserkrankung ist ein wichtiger Teil des gesamten Behandlungsprozesses.

Das Ziel der Rehabilitation ist es, die Lebensqualität nach einer Krebserkrankung zu verbessern. Das medizinische Team entwickelt einen auf die körperlichen und seelischen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten zugeschnittenen Rehabilitationsplan. Dies hilft dem Patienten dabei, sobald wie möglich seine gewohnten Aktivitäten wieder aufzunehmen.

Zusätzlich wird der Austausch mit anderen Patienten dabei oft als sehr gewinnbringend erlebt. Auch eine Selbsthilfegruppe hilft Ängste zu überwinden und Hoffnung aufzubauen.

Dr. med.
Andreas Schneider

Chefarzt der Urologie und Kinderurologie

 

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