Das Bild zeigt Familie Savina

Matteos Weg ins Leben

Eigentlich sollte Matteo erst im September zur Welt kommen, neun Wochen zu früh kam er mit 1620 Gramm. Es folgte ein monatelanges Auf und Ab – und am Ende ein gesundes Baby. Anlässlich des heutigen Frühchen-Sommerfests der Main-Kinzig-Kliniken erzählt Familie Savina ihre Geschichte, die Mut machen soll.

Matteo sollte eigentlich noch gar nicht auf der Welt sein. Errechneter Termin war der 5. September, geboren wurde er bereits am 5. Juli, als Frühchen in den Main-Kinzig-Kliniken. Nach sechs Wochen auf der Neonatologie durfte er endlich nach Hause.

Das Schlimmste für eine Schwangere

Bis zur 25. Schwangerschaftswoche läuft bei Selina und Marco Savina, die ihr erstes Kind erwarten, noch alles nach Plan. Dann setzt plötzlich eine Blutung ein, das Paar fährt nach Gelnhausen in die Main-Kinzig-Kliniken. Die Hebammen und Ärzte im Kreißsaal erkennen die Lage sofort und handeln: Mit dem Rettungswagen geht es in eine Frankfurter Klinik und die Diagnose bestätigt sich. Der Muttermund hat sich geöffnet, die Fruchtblase ist vorgefallen. „Mir haben die Beine vor Aufregung geschlottert“, erinnert sich Selina. Besonders hart trifft sie ein Satz vom dortigen Klinikpersonal: „Ab der 22. Woche dürfen Babys bestattet werden“, wird die Schwangere aufgeklärt. „Das ist so ziemlich das Schlimmste, was man einer Mutter in dieser Situation sagen kann.“

Es folgt eine Not-OP, bei der der Muttermund zugenäht wird, während Matteo Spritzen zur Lungenreife bekommt. Zunächst sieht alles gut aus, nach vier Wochen kann Selina nach Hause – doch das Glück währt nur kurz: Engmaschige Kontrollen zeigen, dass sich der Gebärmutterhals immer weiter verkürzt. Es folgen immer wieder Klinikaufenthalte zur Überwachung. „Alles hing am seidenen Faden“, sagt Marco rückblickend.

Ziel: 29. Woche

Ein Ziel gibt der Familie in dieser Zeit Halt: die angestrebte Geburt in den Main-Kinzig-Kliniken, wo Marco selbst als Pfleger arbeitet. Ab der 29. Woche ist das hier dank angeschlossener Neonatologie möglich – und tatsächlich setzen in der Nacht auf den 5. Juli die Wehen ein. Hebamme Franziska nimmt Selina im Kreißsaal in Empfang und bleibt an ihrer Seite. „Wir haben uns vom ersten Moment an gut aufgehoben gefühlt“, sagt Selina. Trotz aller Komplikationen im Vorfeld kann sie spontan gebären, in einer, wie sie sagt, sehr warmen und ruhigen Atmosphäre.

Um 10:02 Uhr kommt Matteo schließlich zur Welt: 1620 Gramm leicht, mit einem Kopfumfang von 27 Zentimetern. Bereits im Kreißsaal steht ein Team der Kinder-Intensivstation bereit und übernimmt ihn sofort liebevoll. „Das Baby hat lautstark geschrien, das hat mich in dem Moment sehr erleichtert. Ich wusste, er ist in guten Händen“, erzählt Selina. Matteo muss nicht beatmet werden, bekommt lediglich Sauerstoff über eine Atemhilfe. Magensonde, Zugang und Überwachungskabel wirken auf die frischgebackenen Eltern zunächst befremdlich. Doch das ändert sich schnell. „Das Team auf der Kinderintensivstation hat uns großartig dabei unterstützt, unsere Berührungsängste abzubauen“, sagt Marco. „Das Schönste war, als ich zum ersten Mal seine winzige Hand halten durfte.“

In den folgenden Tagen bleibt es ein Auf und Ab: Matteo entwickelt eine Frühgeborenen-Sepsis. „Zum Glück hat Dr. Buxmann das sofort bemerkt und reagiert“, sagt Selina dankbar. Die Antibiotika-Therapie schlägt an, und von da an reiht sich Meilenstein an Meilenstein: die erste eigenständig getrunkene Muttermilch, raus aus dem Inkubator, die Nasenbrille wird überflüssig, die Magensonde entfernt, Umzug in ein Mutter-Kind-Zimmer – bis am 14. August endlich die ersehnte Entlassung ansteht.

Zweite Familie

Wenn die Familie heute zurückblickt, ist es vor allem Dankbarkeit, die bleibt. „Wenn man so lange da ist, fühlt sich das fast wie eine zweite Familie an“, sagen Selina und Marco über das Team der Station – Schwester Siggi, die es „einfach draufhat“, ebenso wie Celina, Özlem, Ricarda und die vielen anderen, „die jeden Wunsch erfüllten“ und alles dafür taten, dass sich die junge Familie wohlfühlte. Auch über die Geburt hinaus stand die Klinik ihnen zur Seite: Die Babylotsin half bei den Anträgen für Elternzeit und Elterngeld, die Stillberaterin mit wertvollen Tipps zur Milchbildung. Und der Kontakt zu den Main-Kinzig-Kliniken bleibt auch weiterhin eng: Denn über die normalen U-Untersuchungen erhalten Frühchen sogenannte N-Untersuchungen.

Heute, beim Frühchen-Sommerfest, ist Matteo ein rosiges, munteres Baby. Und obwohl die vergangenen Monate alles andere als leicht waren, blicken Selina und Marco Savina zuversichtlich nach vorn: Ein zweites Kind wünschen sie sich, im besten Fall mit einer ganz normalen Schwangerschaft. Nur eines steht für sie schon jetzt fest: „Entbinden wollen wir wieder hier.“

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